vergrößernBlick auf Elmstein
 
vergrößernTurmruine in Appenthal
 
 


 

Elmstein – Appenthal – Simonsdelle – Ehscheid –
Paul-Selbach-Ruhe – Weihersberg – Elmstein
(7,5 km – 2 ½ Stunden)

 

595 Kilometer nach Berlin, steht auf einem Solidaritätsstein aus dem
Jahr 1966 am Rande der Landesstraße beim Elmsteiner Friedhof. Die
Berliner wären froh, wenn sie eine Rundwandermöglichkeit hätten wie
die mit der gelben 7 markierten, die man – Parkmöglichkeiten in
begrenzter Zahl vorhanden – hier beginnen kann.

Hinüber zum Bahnhof (Informationsstelle des Verkehrsvereins) sind es
knapp zehn Minuten, wenn man bis zum Ortsausgangsschild der
Landesstraße folgt und dort über den Bach wechselt. Vorbei geht es,
jetzt mit der sieben nicht mehr zu verfehlen, an der Minigolf- und der
Gaststätte die Nauenäckerstraße hinauf nach Appenthal, dem
drittgrößten Teilberreich der Flächengemeinde Elmstein. Auf diesem
Weg gehen die Elmsteiner Sportsfreunde sonntags auch zum
Sportplatz, wenn ihr VfL ein Heimspiel hat. Wo die Eisenbahnlinie die
Bergnase schluchtartig durchsticht, auf  hoher Brücke über die
Schienen, dann rechts durch alte Winkel in den rückwärtigen Bereich
des Sägewerks, auf einem Plattenpfad wieder übers Gleis und danach
am Sportplatz vorbei. So kommen wir eine halbe Stunde nach dem Start
bei der Heckerbrücke wieder zur Straße.

Jenseits beginnt der Aufstieg zur Ehscheid. Der Pfad überquert –
rechtsversetzt – und durch die Waldabteilungen Simonseck und
Hungertal mit ihren tiefen Einschnitten führend zwei Fahrwege und
steigt sehr allmählich zum Plateau hoch, das wir nach einer knappen
Stunde bei einer offenen Schutzhütte erreichen. Von hier aus nach links
verläuft der Weg im Prinzip eben durch artenreichen Hochwald.
Bemerkenswert sind die mächtigen Douglasien, eine Nadelholzart, die
vor hundert Jahren aus Amerika hier angesiedelt wurde und deren Holz
mit zunehmendem Alter technisch immer besser wird. Die Douglasien
hier haben ihre etwa 80 Wuchsjahre hinter sich. Noch gewaltigere
Wuchsformen zeigen sich etwa zwanzig Minuten nach der letzten
Schutzhütte in dem Abschnitt, in dem der markierte Wegverlauf nach
dem Hinweisschild Breitenstein 4 km vom besser ausgebauten
Hauptweg abgezweigt ist: „Museumsbestand“. Die wuchtigen Kiefern
rechts vom Weg sind zum Teil vom Wind schiefgedrückt. Aber ihre
Stämme sind gerade wie eine eins gewachsen. Es ist ein Eichen- und
Kiefernbestand, der Wuchs, Alter und in seiner Geschlossenheit in der
Bundesrepublik einmalig sein dürfte. Er stammt, vor etwa 250 Jahren
begründet und seitdem über gute und schlechte Zeiten gerettet, aus
der Anfangszeit des heute üblichen Waldanbaus.

Nach einem kurzen leichten Abstieg gelangen wir zu einem
Pflanzgarten, in dem auf einem Hektar Fläche forstliche Pflanzen
nachgezogen werden. Revierförster Wilhelm Scholl, der diesen Bereich
von 1922 bis 1956 betreute und dem damit der Museumsbestand
mitzuverdanken ist, hat ihn angelegt. Am Ende des Gartens wendet
sich der Weg nach links und erreicht bei der Sitzgruppe Paul – Selbach–
Ruh und dem Ritterstein Wolfsgrube die von Appenthal und Harzofen
heraufführende und zum Breitenbachtal hin beim Forsthaus Wolfsgrube
gesperrte Straße Paul Selbach, der Namensgeber der Sitzgruppe,
erinnert an das nahe Ludwigshafener Naturfreundehaus, dessen
Mitbegründer und langjähriger Betreuer er war. Er ist 1949 verstorben.
Halbrechts sieht man die wenigen Dächer der Elmsteiner Annexe
Schwabenbach. Einkehrmöglichkeit gibt es dort nicht. Das Gehöft
stammt aus dem Jahr 1788. Damals soll ein gewisser Karl Fröhlich
wegen seiner Verdienste als Spion vom kurpfälzischen Staatssekretär
die Erlaubnis erhalten haben, sich unentgeltlich Land auszusuchen, und
sich in dieser Abgeschiedenheit angesiedelt haben.

Vier Kilometer sind es laut Schild von hier aus nach Elmstein zurück. Zu
Fuß witer mit der Sieben als Begleiter dauert der Rückweg 40 Minuten.
Er setzt sich gegenüber der Straße fort, führt um den Kessel des
Ortsteils Harzofen herum, zu dem man zweimal über Kulturflächen
hinweg Einblicke in das im Tal gelegene Wohngebiet mit dem
Ludwigshafener Naturfreundehaus im Vordergrund hat. Es ist ein
angenehmer Weg, auch im Geleit der PWV – Markierung weiß – rotes
Kreuz, die Weidenthal mit Elmstein verbindet, der sich jenseits des
Weihersbergrückens absenkt und beim Friedhof den Ausgangspunkt
der Rundwanderung wieder erreicht.