vergrößernBlick auf Elmstein
 
vergrößernTurmruine in Appenthal
 
 


 

Elmstein – Burgruine – Schlossbergpfad – Mordkammer –
Friedhof – Elmstein(4,5 km – 1 ½ Stunden)

 

Der gelb markierte Rundwanderweg 6 wäre ein Verdauungs-
spaziergang, nichts weiter, wenn da nicht die beiden Steigungen gleich
am Anfang und auf der halben Strecke wären. Die erste beginnt bei der
Gaststätte zum Schlossberg hinter der alten Rosskastanie steil hinauf
und kurz vor der Burgruine im Zick-zack in den Altkiefernbestand. Es ist
ein schon lange hiebreifer Schlag. Aber die Steillage und die vielen
Steine am Hang haben immer wieder zur Hiebsverschonung geführt. Zu
groß wäre das Risiko durch Steinschlag für die nahen Wohnhäuser. Der
markierte Pfad führt uns nach der Burg in sehr weitausladenden
Anstieg zum nähst oberen Fahrweg, den wir gegenüber dem Einschnitt
des Möllbachtals erreichen. Dort wenden wir uns nach rechts – von hier
aus verläuft der Wegverlauf wie ein Kreisel immer rechts herum.

Eine gute Viertelstunde bleibt unser Fahrweg eben, dann zieht er um
eine Kurve herum steil zum nächsten hoch. Auf der Bergseite wird uns
bewusst, dass seit einigen Jahren in sehr verstärktem Maße die
schnellwüchsige Douglasie nachgezogen wird. Der sehr mächtig
werdende Baum war hier, wie Pollen – Analysen beweisen, bis zur
letzten Eiszeit heimisch. Dann wurde er, durch die querlaufenden Alpen
am Ausweichen nach Süden gehindert, wie viele andere Baumarten
auch aus Mitteleuropa verdrängt. Inzwischen hat die Forstwirtschaft
viele davon wieder eingebürgert.

Ursprünglich gab es in Mitteleuropa vorwiegend Laubwälder. Die
Nadelbäume wurden erst sehr viel später und aus wirtschaftlichen
Erwägungen stärker verbreitet. Beispielsweise, weil die Kiefer und die
Fichte zum Hausbau geeigneter sind als die elbachBuche. In neuerer
Zeit aber denkt man um, geschockt auch von den durch die Schadstoff-
Immissionen ausgelösten allgegenwärtigen Schäden. Die räumlich nahe
Versuchsanstalt in Trippstadt hat sich auch zur Aufgabe gestellt, vom
Aussterben bedrohte Baumarten zu retten. Sie arbeitet damit eng mit
der Staatlichen Samenklenge des Forstamts Elmstein – Süd zusammen,
die wir zu Beginn unserer Rundwanderung gesehen haben. Das geht
so weit, dass hier versucht wird, zur Rettung forstlicher Gen-
Ressourcen Baumsamen in Kühlhäusern möglichst lange zu
konservieren. Wird man dereinst sagen, dass Elmstein – Süd der
Gefrierschlafplatz des Pfälzerwaldes sei?

Nach dem zweiten Steilanstieg geht es für uns in mäßigem Gefälle nur
noch begrab. So umrunden wir die Talmulde, deren makabere Name
etymologisch nicht mit Mord und Totschlag gedeutet wird, nein
–„Mordkammer“ soll so viel wie mooriges Tal heißen.

Den Talgrund erreichen wir jenseits den Hang des Weiherbergs entlang
erst beim Elmsteiner Friedhof und auf uraltem Sandsteinpflaster, in
dessen Regenrinne die Spuren unzähliger Schubkarren eingeschliffen
sind, gedrückt von Leuten, die es schwer hatten, in dieser einst kargen
Idylle ihr Leben zu fristen.