Die Tour mit der gelben Vier ist weniger durch bemerkenswerte
Ausblicke gekennzeichnet als vielmehr durch beindruckende Einblicke in
den Lebensraum Wald. Denn sie führt zum großen Teil über den sehr
vielseitig informativen Elmsteiner Waldlehrpfad mit seinen Hinweisen
auf
die frühere Waldnutzung, die Fauna und Flora. Kaum ein Kahlhieb
ist von
Menschenhand in die majestätisch wirkenden Bestände
geschlagen. Nur
der Sturm hat oben auf der Höhe des Krottenbuckels
in breiter Schneise
erbarmungslos zugepackt. Die hochaufgerichteten
Wurzelteller werden
von der Katastrophe noch lange künden.
Beginnen wir den Rundweg in der Dorfmitte nahe der Staatlichen
Samenklenge. In der Bahnhofstraße ist Parkmöglichkeit. Beim Gasthaus
zum Schlossberg den steilen Burgweg hinauf steigen wir in gut fünf
Minuten über die Dächer des Dorfs und auch über die Burgruine hoch
und
gelangen parallel zur Straße auf schmalem Pfad in einer
Viertelstunde zum
Parkplatz am Standort der einstigen Eisen – Schmelz
am Eingang des
Legelbachtals. Hier wurden bis in die 20er des letzten
Jahrhundert die
Eisenerze geschmolzen, die in den Stolen der
Umgebung gefördert worden
waren. Man könnte die Rundwanderung
durchaus hier erst beginnen. Sie
wäre dann 9 km lang und würde
knapp 200 Meter Steigung überwinden.
Der Waldlehrpfad beginnt bei den Lebensbäumen über der ins
Legelbachtal hineinführenden Landesstraße 504. Diese Baumart kommt
aus Nordamerika, war vor der Eiszeit, wie aus der Braunkohle zu
beweisen
ist aber auch hier stark verbreitet. In den nächsten
20
Minuten lernen wir
mit Nachhilfe von der Weißtanne über Salweide,
Bergahorn, Heinbuche,
Weymouthskiefer, Douglasie viele weitere
Bäume unserer Wälder am
Objekt kennen und werden überdies
aufgeklärt über die „denkbaren
Kausaketten des Waldsterbens“, die
Verhaltensweisen räuberischen
Insekten, wie z. B. der anmutige
Marienkäfer, und vieles andere mehr. Bei
einem Stammaufschnitt mit
Jahresringen bis 1735 zurück verabschiedet
sich der Lehrpfad nach
rechts. So ließe sich unsere Rundwanderung
beträchtlich abkürzen.
Die 4 und mit ihr die Pfälzerwald – Vereins – Markierungen gelb- blau
und
gelb – weiß führen weiter bergan. Hohe Buchen und schlanke
Traubeneichen, aus denen wertvolles Funierholz wird, bestimmen in
den
nächsten zehn Minuten das Waldbild. Dann sind wir auf der Höhe
des
Steigbergs mit seinen alten Nadelwäldern. Die von links kommende
weiße
Plastik – 4 – Markierung darf uns nicht irritieren. Unser gelb
markierter
Weg führt unverkennbar geradeaus. Es ist der Waldleininger
Weg und
Hochspeyerer Kirchenweg, eine alte Verbindung zu diesen
Orten. Eine
Viertelstunde nach dem Aufstieg verlassen wir die
Pfälzerwaldvereins–Markierungen, die uns bis hierher von der
AltenSchmelz herauf begleitet
haben, und gelangen am Hang des
Krottenbuckels entlang in weiteren 20
Minuten hinüber zur mit dem
grünen Kreuz markierten alten Hochstraße,
die, bevor die Täler
passierbar waren, die Rheinebene mit dem Westrich
verband. Hier, ein
paar Meter diesseits der Hochstraße, ist der Drehpunkt
unserer
Wanderung.
Der Rückweg führt ins enge Großbrunnental hinunter und hinaus ins
Große Legelbachtal, in dem die Kreisstraße nach Schwarzsohl aufsteigt.
Im Angesicht dieses Sträßchens werden wir von einem Weiher nach
rechts
verwiesen, vorbei an Heinrichs – und Ludwigsklause. Wir
begleiten es
streckenweise in gebührendem Abstand, werden
bisweilen auch in
Talmulden abgedrängt.
In einem dieser Taleinschnitte, 35 Minuten nach dem Drehpunkt, treffen
wir auf einen nachgebauten Holzkohlen- Meiler mit Köhlerhütte und auf
die 1830 angelegte Gandertklause, die, wie einige weitere an den
oberen
Zuflüssen des Legelbachs auch, einst für ausreichendes Wasser
zur
Holztrift zu sorgen hatte. Hier vereinigt sich unser Vierer – Weg
wieder mit
dem Waldlehrpfad, dessen nächsten Stationen der
Johannisbrunnen und
der Nibelungenfelsen 3) sind. Eine
Dreifachnutzung des bizarren
Felsenriffs gegenüber dem Kleinen
Legelbachtal: Oben, unter der Straße
,ein romantischer Rastplatz,
darunter das, so die Auskunft des Schilds,„Alte Schießhaus“ und in der
nächstunteren Ebene über der Talsohle das
heroische Steinbild des
Hagen von Tronje mit der 1928 entstandenen
Runenschrift.
Kurze Zeit danach ein dürrer Stumpf mit acht Löchern des Buntspechts,
dann überqueren wir rechts versetzt die Legelbachtalstraße und
nehmen
drüben über dem Bach, der einen der Hauptzuflüsse des
Speyerbachs
darstellt, weitere Informationen über die Pflanzenwelt
dieser Idylle zur
Kenntnis, bevor wir auf den Roth-Haupt-Brunnen zur
anderen Seite des
Haupttals übersetzen und dort talauswärts der
gelben 2 zurück nach
Elmstein folgen.
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