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vergrößernReste einer Mühle im Stillen Tal
 
 


 

Sehenswertes in Elmstein

Das Elmsteiner Waldarbeitsmuseum

ACHTUNG: Das Museum ist umgezogen. In der ehemaligen staatlichen Samenklenge ist am 13. Juni 2008 die "alte Samenklenge – Haus der Forst- und Waldgeschichte" eingezogen.

Unterhalb des Burgfelsens befindet sich zwischen Speyerbach und Mühlgraben das Waldarbeitsmuseum, direkt über der historischen Wappenschmiede gelegen. Es wurde 1990 von der Gemeinde Elmstein, dem Verkehrsverein und engagierten Forstleuten eingerichtet. Technik und Geschichte der Waldarbeit, zum Teil bis in die Steinzeit zurückreichend, erwarten den Besucher.

Das Museum ist in vier Räumen thematisch aufgebaut. Zunächst die Geschichte der Waldarbeit. Ein 5000 Jahre altes Feuersteinbeil, 1969 von Ludwig Fuchs im benachbarten Iggelbacher Wald gefunden, ist die neueste Errungenschaft des Museums. Das Original befindet sich im Historischen Museum in Speyer. Es stammt aus dem Pariser Becken und hat ein Hirschgeweihfutter. Das Haus beherbergt darüber hinaus eine Reihe von Klingen der Fällwerkzeuge, die vor Jahrhunderten genutzt wurden. Ein keltisch-römisches Eisenbeil aus dem 1. Jahrhundert nach Christus ist ein besonderes Exemplar der Sammlung.

In Lebensgröße als Puppe in Uniform präsentiert sich der Waldarbeiter von 1920 bis 1990 in typischer Kleidung dem Besucher. Karten aus dem 18. Jahrhundert zeigen die Forstgebiete und Waldbestände in alter Zeit.

Der zweite Raum steht im Zeichen von Forstkultur und Waldbegründung. Die Gewinnung von Samen, Geräte zur Anzucht von Forstpflanzen, ein Pflanzrohr und Sägen geben Zeugnis von der Technik der Waldarbeit einst und jetzt.

Die Räume drei und vier drehen sich um das Fällen und die Nutzung von Holz. Äxte und Motorsägen, ausgestellt vor alten Fotos über die Waldarbeit, vermitteln nicht nur die Schwierigkeit der Arbeit, sondern auch die technische Entwicklung.
Harzgewinnung, die seit 1657 betrieben wurde, und die Köhlerei sind ein weiteres Thema. Bis zu 200 Köhlereistellen sind im Wald um Elmstein zu finden. Urkunden, Dokumente, Anschreibbücher zeugen von der wirtschaftlichen Verwendung der Elmsteiner Holzprodukte, die bis ins Saarland und bis nach Unterfranken geliefert wurden.

Neben dem Waldarbeitsmuseum kann im selben Haus gleichzeitig auch die Elmsteiner Wappenschmiede besichtigt werden. Es ist eine Geräteschmiede, die ausschließlich Geräte für die Wald- und Feldarbeit in früheren Jahren hergestellt hat. Die Schmiede wurde 1757 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber nach Aussage von Experten wesentlich älter, zumal sie innerhalb der Burgmauer lag.

Die Elmsteiner Wappenschmiede

Die Elmsteiner Wappenschmiede ist die einzige durch Wasserkraft betriebene alte Schmiede der Pfalz, die bis heute in ihrer Funktion erhalten werden konnte. Viele unterschiedliche Werkzeuge an den Wänden der Schmiede künden durch die Signaturen von den Familien, die hier arbeiteten, seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Ausgestellt sind Werkzeuge für Waldarbeiter und für landwirtschaftliche Arbeit sowie für den Steinbruch.

Herzstück der Wappenschmiede Elmstein sind die gewaltigen, wuchtigen Hämmer von einem Zentner bzw. 40 Kilogramm Gewicht, die von Wasserkraft betrieben das glühende Eisen bearbeiteten. Ihre Hebel sind aus hartem Obstbaumholz. Die Kraft für diese Hämmer liefert der Speyerbach durch zwei Schaufel-Mühlräder, eins aus Kiefernholz, das zweite aus Leichtmetall, nachgebaut an der Ostseite der Anlage. Eines der Räder, mit drei Metern im Durchmesser, treibt die Hämmer an, eines die Transmission für Schleifstein, Gebläse und Schrotmühle. Auch der zwei Meter durchmessende Schleifstein ist noch intakt. Über ihm saß der Schmied auf einem Gestell mit Bruststütze, um den Werkzeugen den letzten Schliff zu geben.

Noch heute wird hier Strom erzeugt, der in das Netz der "Pfalzwerke" eingespeist wird. Ein "Accumulator" von 1920 weist darauf hin, daß umweltfreundlich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Energie gewonnen wurde.